Grüne beraten Schulpolitik

Grüne beraten Schulpolitik

Die Vorsitzenden der Grünen Ratsfraktionen, der Kreistagsfraktion sowie der Kreisvorstand haben sich zu einem Austausch über die aktuelle politische Lage im Ennepe-Ruhr-Kreis und zahlreiche inhaltliche Themen getroffen.

Im Mittelpunkt stand dabei vor allem die Diskussion über die Schullandschaft in den Städten. Neben aktuellen Herausforderungen wie die immer noch lückenhafte Versorgung mit Plätzen im offenen Ganztag wurde auch die Situation in den einzelnen Kommunen thematisiert.

„Dabei wurde deutlich, dass leider in den allermeisten Stadtverwaltungen immer noch ein rückwärtsgewandtes Kirchturmdenken herrscht“, so Paul Höller, Vorsitzender der Kreistags-fraktion. „Bereits vor einigen Jahren ist eine Initiative des Kreises am Widerstand einiger Städte gescheitert, eine gemeinsame Schulentwicklungsplanung anzustoßen. Dabei kann keine Stadt mehr alle Schulformen vorhalten. Alle Städte müssen auf ein verändertes Schulwahl-verhalten der Eltern reagieren.“

Die Planung eines neuen Gymnasiums in Sprockhövel, die Beschulung von Kindern in Nach-barstädten ohne entsprechende Kostenerstattung oder die Benachteiligung von Schulen, die nicht zum Abitur führen, betrachten die Grünen äußerst kritisch.

„Wir appellieren an alle Kommunen, sich an einen Tisch zu setzen und über ihre Grenzen hinaus gemeinsam eine Schulstruktur im Kreis zu entwickeln, die den Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte gewachsen ist“, bekräftigt Karen Haltaufderheide, Vorsitzende des Grü-nen Kreisverbandes. Dazu werden die Grünen auf allen Ebenen in den nächsten Wochen das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen. „Sollten die Städte den Kreis bitten, eine solche Entwicklung zu moderieren, kann ich mir nicht vorstellen, dass er sich dem verschließt“, er-gänzt Paul Höller.

Lohngerechtigkeit für Frauen

Der Equal Pay Day fällt in diesem Jahr auf den 18. März. Statistisch gesehen haben Frauen in Deutschland aufgrund der ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen bis zu diesem Datum 77 Tage unbezahlt gearbeitet, während Männer bereits ab dem 1. Januar verdienen.

Dazu die Wittener Landtagsabgeordnete Verena Schäffer von Bündnis 90/Die Grünen: „Es ist nicht hinnehmbar, dass wir im Jahr 2018 noch immer eine so große Lücke in der Bezahlung zwischen Männern und Frauen haben. Die Folgen der Lohnunterschiede haben zudem die Folge, dass Frauen niedrigere Renten bekommen und damit mehr von Armut im Alter gefährdet sind.  Frauen leisten mindestens ebenso viel wie Männer.  Es wird höchste Zeit, dass sich das auch auf der Gehaltsabrechnung bemerkbar macht.“

Die Sprecherin des Grünen Kreisverbands Ennepe-Ruhr, Karen Haltaufderheide, ergänzt: „Zu echter Gleichberechtigung gehört selbstverständlich auch eine faire Bezahlung für Frauen. Es ist gut, dass an diesem Wochenende darauf hingewiesen wird, dass Frauen in Deutschland statistisch immer noch 21 Prozent weniger verdienen als Männer. Wir Grüne stehen für gleiche Rechte für Frauen und Männer – auch bei Lohn und Gehalt.“​

Diskussion um VER endlich beenden

Die gemeinsame Diskussion des Kreissausschusses am 5. März mit den ehemaligen Geschäftsführern der VER hat aus Sicht der Grünen die im Raum stehenden Fragen eindeutig beantwortet.

Karen Haltaufderheide, stv. Fraktionsvorsitzende der Grünen und Aufsichtsratsmitglied der VER, sieht sich in ihrer bisherigen Einschätzung der Lage voll bestätigt. „Bis Ende 2016 haben die damaligen Geschäftsführer der VER nie dargestellt, dass die Direktvergabefähigkeit der VER gefährdet sei. Ihre Einlassungen im Kreisausschuss haben deutlich gezeigt, dass sie bis heute kein Problembewusstsein haben. Erst der zum Jahreswechsel 2017 eingestellte neue Geschäftsführer aus der Bogestra hat die dramatische Situation der VER erkannt. Obwohl ihm nur noch fünf Monate Zeit blieben, um die Voraussetzungen für einen Fortbestand der VER zu schaffen, hat er im Schulterschluss mit der Belegschaft entscheidende Maßnahmen umgesetzt. Nur deshalb sind wir als Kreis in der Lage, auch weiterhin mit unserem eigenen Unternehmen Verkehrsleistungen für unsere Bürgerinnen und Bürger anbieten zu können“.

„Mit der gestrigen Diskussion haben sich auch die Vorwürfe von CDU und FDP in Luft aufgelöst, dass Verwaltung und Aufsichtsrat schon vor 2017 die schwierige Lage des Unternehmens hätte bekannt sein müssen“, ergänzt Paul Höller, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag. „Im Gegenteil: Erst durch den neuen Geschäftsführer und seinen transparenten Führungsstil sind die realistischen Zahlen auf den Tisch gekommen. Dafür sind wir ihm und auch der Kreisverwaltung dankbar – denn nur so konnten wir als Kreispolitik gemeinsam mit dem Unternehmen schnell reagieren und die Situation retten. Wir hoffen sehr, dass die unproduktiven Diskussionen, die Union und FDP immer wieder anstoßen, jetzt endlich vorbei sind und wir uns wichtigeren Themen widmen können. Zum Beispiel der Frage, wie wir den Nahverkehr im Kreis verbessern können.“

Pestizideinsatz im EN-Kreis

Pestizideinsatz im EN-Kreis

GRÜNE Nachfrage zum Pestizideinsatz im Kreis

„Öffentliche Flächen müssen gepflegt werden“, so Paul Höller, Fraktionssprecher der GRÜNEN im Kreistag, „und deshalb“, fährt er fort,“ hat es uns interessiert, ob bei der Pflege der kreiseigenen Flächen Pestizide eingesetzt werden. Uns hat das Verhalten der Bundesregierung beim Verbotsversuch von Glyphosat sehr aufgeregt – Grund genug für diese Nachfrage.“ Auf die Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat die Verwaltung erklärt, dass auf kreiseigenen Flächen keine Pestizide eingesetzt werden. Auch bei der Pflege der Grünstreifen am Rande der Kreisstraßen werden keine Pestizide verwendet. „Die Antwort der Verwaltung ist eine gute Nachricht, über die wir uns sehr freuen“, erklärt Annina Erbes, grünes Mitglied im Umweltausschuss, „zeigt sie doch, dass Natur- und Umweltschutz im Ennepe-Ruhr-Kreis einen hohen Stellenwert besitzen. Nichtsdestotrotz werden wir uns des Themas weiter annehmen.“ „Wenn Berlin bei diesem Thema versagt, dann muss eben die Kommunalpolitik übernehmen“, ergänzt Paul Höller.

 

ÖPNV muss attraktiv und leistungsstark bleiben

ÖPNV muss attraktiv und leistungsstark bleiben

Zur Diskussion im Kreistag um die Aufklärung der Versäumnisse bei der VER erklären Daniel Pilz, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag und Aufsichtsratsvorsitzender der VER und Paul Höller, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Kreistag: Im Sinne der Bürgerinnen und Bürger des Kreises und der Beschäftigen der VER werden wir alles dafür tun, einen leistungsfähigen und attraktiven ÖPNV im Ennepe-Ruhr-Kreis zu erhalten. Die VER war dafür in der Vergangenheit ein starker Partner und wird in Zusammenarbeit mit der BOGESTRA auch in der Zukunft dafür sorgen, dass sich die Menschen im Kreis schnell und günstig fortbewegen können. Um unter anderem zukünftig Schwierigkeiten zu vermeiden, werden wir genau untersuchen wie es zur Schieflage der VER kommen konnte. Wir werden sowohl im Aufsichtsrat selbst wie auch in den politischen und damit verantwortlichen Gremien des Kreises alle zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, um Antworten auf die im Raum stehenden Fragen zu bekommen. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir dafür auch die aktuellen Organisationsstrukturen hinterfragen und offen für Verbesserungsvorschläge sind. Vorverurteilungen, Beschuldigungen und intransparente Sondergremien sind dafür nicht hilfreich, sondern führen zu Widerständen und Verzögerungen. Wir gehen aber davon aus, dass es im Sinne der Sachaufklärung in den nächsten Wochen gelingen wird, mit allen Beteiligten konstruktive Gespräche zu führen.

Auch im Alltag sicher mit dem Rad ans Ziel

Auch im Alltag sicher mit dem Rad ans Ziel

Schnell, preiswert, bequem und sicher ans Ziel kommen – das steht für viele bei der Wahl ihrer Verkehrsmittel im Vordergrund.

Das Fahrrad spielt hier ganz vorne mit. Ohne Altersbeschränkung, Führerschein und hohe Kosten hat das Fahrrad kaum Zugangsbarrieren und fast alle Menschen können es nutzen. Pedelcs ermöglichen auch in unserer zum Teil hügeligen Region zunehmend die Nutzung und erschließen so weitere Zielgruppen. Voraussetzung stellt hier „lediglich“ eine entsprechende Radverkehrsinfrastruktur dar.

Grund genug für die Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD im Kreistag des Ennepe-Ruhr-Kreises, die Verwaltung aufzufordern gemeinsam mit den Städten ein Konzept zum Ausbau einer fahrradfreundlichen Infrastruktur für den Alltagsradverkehr im Kreis in die Wege zu leiten. Neben der direkten und sicheren Wegeführung für die Fahrten mit dem Rad zur Arbeit, Ausbildungsstätte oder zum Einkaufen gehören sichere Abstellmöglichkeiten, regelmäßige Instandhaltung, Lademöglichkeiten für Elektroräder sowie weitere Serviceeinrichtungen, wie z.B. Reparaturmöglichkeiten zur Basisinfrastruktur für Alltagsradler*innen. „Radfahren garantiert umweltfreundliche Mobilität, ist emissionsfrei und leise“ betont Britta Altenhein Grünes Mitglied im Ausschuss für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Verkehr „und sollte durch entsprechende Infrastrukturverbesserungen gefördert werden“.

„Denn Radfahren im Alltag darf keine Abenteuerlust voraussetzen und sollte möglichst sicher sein“ ergänzt Daniel Pilz SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender.