Ruhrparteitag in Oberhausen: starke Kandidat*innen

Ruhrparteitag in Oberhausen: starke Kandidat*innen

Wahlprogramm beschlossen, Kandidat*innen aufgestellt

Am 15.März 2025 fand im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen der Ruhrparteitag von Bündnis 90/Die Grünen statt. Bei dieser wichtigen Auftaktveranstaltung wurde das Wahlprogramm für die Kommunalwahl im September 2025 verabschiedet. Außerdem wurde die Liste der Kandidat*innen für das Ruhrparlament gewählt.

Die Delegation aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis war mit Ina Gießwein, Peter Stark, Karen Haltaufderheide, Verena Schäffer, Arne von Holdt und Anke Heuser stark vertreten.

Das Ruhrparlament ist ein zentrales politisches Gremium zur Vertretung der Interessen der Städte und Gemeinden im Ruhrgebiet Es wird bei den Kommunalwahlen im September neu gewählt.

Spitzenkandidatin Sabine von der Beck

Die GRÜNEN werden mit Sabine von der Beck aus Herne als Spitzenkandidatin antreten. Besonders erfreulich ist die erfolgreiche Positionierung von Kandidat*innen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Kirsten Deggim aus Herdecke konnte einen hervorragenden dritten Listenplatz erreichen. Neben Ina Gießwein aus Schwelm wurden auch Jost Rudloff-Wienhold und Marvin Bruckmann in aussichtsreiche Positionen gewählt.

Analyse der Bundestagswahl 2025

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Gastbeitrag von Prof. Dr. Martin Florack. Er ist Leiter des Bereichs Integrierte Stadtentwicklung und Statistik bei der Stadt Oberhausen und des Wissenschaftscampus NRW. Florack präsentierte eine fundierte Analyse zur Bundestagswahl 2025.

Felix Banaszak gibt Einblick

Zudem gab der seit November 2024 amtierende Bundesvorsitzende Felix Banaszak, der selbst aus Duisburg stammt, den Delegierten Einblicke in die aktuellen Verhandlungen mit CDU und SPD in Berlin und erläuterte die erzielten Vereinbarungen.

Gemeinsamer Landratskandidat von Grünen und CDU

Ina Gießwein stellte Sebastian Arlt als gemeinsamen Landratskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen und CDU für den Ennepe-Ruhr-Kreis vor. Die Delegierten begrüßten Sebastian Arlt mit großem Applaus.

Wahlkampagne vorgestellt

Nach der erfolgreichen Listenaufstellung wurde der Fahrplan für die kommende Wahlkampf-Kampagne vorgestellt. Die GRÜNEN im Ennepe-Ruhr-Kreis sind zuversichtlich, mit ihrem starken Team und dem verabschiedeten Programm bei der Kommunalwahl im September überzeugende Ergebnisse erzielen zu können.

Zu den Ergebnissen der Bundestagswahl 2025

Zu den Ergebnissen der Bundestagswahl 2025

Erklärung zur Bundestagswahl 2025

Kirsten Deggim und Nils Kriegeskorte, Vorsitzende von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN Ennepe-Ruhr, äußern sich zum Wahlergebnis.

Dank an alle Beteiligten

„Wir freuen uns, dass mit Janosch Dahmen auch in den kommenden vier Jahren eine starke grüne Stimme für den Ennepe-Ruhr-Kreis im Bundestag sitzt. Wir danken allen unseren Wahlhelfer*innen und Unterstützer*innen für ihr starkes Engagement in den letzten Wochen und unseren Wähler*innen für ihr Vertrauen. Insbesondere möchten wir uns bei unseren Direktkandidaten Janosch Dahmen und Thomas Jalili Tanha für ihren unermüdlichen Einsatz bedanken“, so Kirsten Deggim Kreisvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
„Das Wahlergebnis ist für uns ein Auftrag, auch aus der Opposition weiterhin für einen konsequenten Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zu kämpfen.“

Gesellschaft wieder zusammenführen

„Wir gratulieren der CDU zum Wahlsieg, sowie Katja Strauss-Köster und Tijen Ataoğlu zum Gewinn der Direktmandate. Es liegt nun in der Verantwortung der CDU und von Friedrich Merz, schnell eine arbeitsfähige Regierung zu bilden und die Gesellschaft wieder zusammenzuführen, statt wie in den letzten Wochen zu einer weiteren Spaltung beizutragen“, ergänzt Nils Kriegeskorte Kreisvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Das Wahlergebnis muss für jede*n Demokrat*in ein Weckruf sein. Unser Ziel bleibt es, gemeinsam mit allen demokratischen Kräften Lösungen für die drängenden Fragen unserer Zeit zu finden.“

Schwelm setzt Zeichen gegen Rechts

Schwelm setzt Zeichen gegen Rechts

2.500 Demonstrierende zeigen, was ihnen wichtig ist

Am 1. Februar 2025 um 11 Uhr setzte Schwelm ein Zeichen gegen Rechts und rief zur Demo auf. Gastgeber der Demo war das Schwelmer Bündnis für Rechtsstaat und Demokratie.
Bündnis 90/Die Grünen nahmen mit dem Vorstand und weiteren Mitgliedern des Schwelmer Ortsvereins an der Demonstration teil. Auch Grüne aus Nachbarstädten waren gekommen, um die Schwelmer*innen zu unterstützen. Außerdem waren Verena Schäffer, NRW-Landtagsabgeordnete der Grünen und Thomas Jalili Tanha, Direktkandidat der Grünen für die Bundestagswahl 2025 vor Ort, um ihre Position zur aktuellen Debatte in aller Deutlichkeit zu untermauern.

Merz’ Wortbruch Anlass zu lautem Protest

Schwelm setzt Zeichen gegen Rechts. 3 Plakate, die auf der Demonstration am 1. Februar 2025 eingesetzt wurden. Aufschriften: "Die Würde des Menschen ist unantastbar", "Nie wieder ist jetzt" und "1933 braucht kein Remake #noafd".Schon am Treffpunkt auf dem Schillerplatz zeigte sich, dass sehr viele Menschen aus Schwelm und Umgebung sich auf den Weg gemacht hatten, um hier zu zeigen, wie wichtig ihnen die Demokratie ist und wie sehr sie den Wortbruch des CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz missbilligen.
Insbesondere die Ereignisse der vergangenen Woche waren Anlass genug für zahlreiche Bürger*innen, ihre Meinung unmissverständlich nach außen zu tragen.

Sehr rege Beteiligung

Mehr als 2.500 Menschen kamen zur Demonstration, so die Schätzung der Stadt Schwelm. Für Manche war es die erste Demo überhaupt. Nicht nur junge Menschen schlossen sich zum ersten Mal in ihrem Leben einer solchen Kundgebung gegen Rechts an, sondern Menschen in der ganzen Bandbreite der Demokratie-affinen Vielfalt.
Einige der älteren Teilnehmenden trugen ihren Protest nach draußen, weil die wachsende Tendenz zu Hetze und Hassrede die Erinnerung an dunkle Kapitel der deutschen Geschichte weckte. Für sie waren nicht zuletzt auch die beunruhigende Berichte aus dem Bundestag ein einschneidender Anlass, sich erstmalig einer solchen Protestkundgebung anzuschließen.

“Nie wieder ist jetzt!”

So schien insbesondere die heftige Bundestagsdebatte rund um Merz‘ Versuch, einen Beschluss in Kooperation mit dem Rückhalt der AfD-Stimmen herbeizuführen, die Gemüter der Demonstrierenden erregt zu haben. Entsprechend waren auch die Botschaften auf den zahlreichen Plakaten und Transparenten formuliert, die während der Demo zur Schau gestellt wurden.
Mit Aufschriften wie „Nie wieder ist jetzt!„, „1933 braucht kein Remake #noafd“ und „Wir sind die Brandmauer“ machten die Anwesenden deutlich, dass sie eine Wiederholung der Geschichte um jeden Preis verhindern wollen.

Schwelm setzt Zeichen gegen Rechts. Blick auf die Kundgebung im Rahmen der Demonstration für Rechtsstaat und Demokratie in Schwelm am 1. Februar 2025. Das Bild zeigt eine Menschenansammlung von etwa 2.500 Menschen auf dem Märkischen Platz. Viele Menschen tragen Plakate. Im Hintergrund ist die Christkirche zu sehen.

Redebeiträge von Schwelmer Akteur*innen

Abgerundet wurde die Kundgebung auf dem Märkischen Platz durch Redebeiträge von Bürgermeister Stephan Langhard, Julius Haberstroh als Schülervertreter des Märkischen Gymnasiums, Kayi Schlücker für den Integrationsrat, Klaus Mittelmann als 2. Vorsitzender des Stadtsportverbandes Schwelm, Pfarrer Uwe Rahn für die evangelische Kirche sowie der Präsidentin des Clubs Schwelm-Fourqueux, Monika Steinrücke.

 

 

Demokratie schützen – Jetzt Haltung zeigen!

Demokratie schützen – Jetzt Haltung zeigen!

Aufruf zu Demonstrationen gegen Rechts am 01.02.2025

Demokratie schützen – Jetzt Haltung zeigen!

Angesichts der jüngsten Debatte um die Gefährdung der Brandmauer ruft Bündnis 90/Die Grünen im Ennepe-Ruhr-Kreis die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus und für die Verteidigung demokratischer Werte zu setzen. Als Kreisverband der Grünen im Ennepe-Ruhr-Kreis fordern wir alle Demokratinnen und Demokraten auf, sich zahlreich Kundgebungen gegen Rechts anzuschließen. Bündnis 90/Die Grünen stehen geschlossen für Demokratie, Vielfalt und Toleranz.
Jetzt ist der Zeitpunkt, um Haltung zu zeigen und gemeinsam ein Zeichen gegen rechtsextreme Tendenzen zu setzen.

Demonstrationen in Schwelm und Herdecke

Am 1. Februar 2025 finden Demonstrationen in Schwelm und Herdecke statt:

  • Die Schwelmer „Demo für Rechtsstaat und Demokratie“ startet um 11.00 Uhr an der Schillerstraße.
  • Ebenfalls um 11:00 Uhr fällt in Herdecke auf dem Kampsträter Platz der Startschuss, um „Zusammen gegen Rechts“ ein klares Zeichen zu setzen.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich bei diesen oder anderen Gelegenheiten für Demokratie und Vielfalt stark zu machen und rechtsextremen Kräften ein deutliches „Nein!“ entgegen zu setzen.

Weitere Kundgebungen in NRW

Auch in anderen Städten Nordrhein-Westfalens finden Kundgebungen statt. Unter anderem Hattingen, Witten, Wuppertal, Bochum, Essen und Düsseldorf rufen zu Demonstrationen auf.
Eine Übersicht aller Veranstaltungen in Deutschland ist auf der Homepage demokrateam.org zu finden.
Bürger*innen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die sich aktiv gegen Rassismus, Xenophobie und andere Formen von Menschenfeindlichkeit einsetzen möchten, werden auf der Website des offenen Bündnisses ENSSQ fündig.

[Foto: Christian Lue, Unsplash]

Zum Haushalt 2025

Zum Haushalt 2025

Haushaltsrede zum Haushalt 2025 Karen Haltaufderheide-Uebelgünn:

Vieles zu den schwierigen Rahmenbedingungen dieses Haushalts ist schon gesagt, sowohl von meinen Vorrednern, als auch in der Aussprache mit den Städten in der letzten Kreistagssitzung. Deshalb werde ich die Aufzählung der verschiedenen gesamtgesellschaftlichen Krisen überspringen. Ich hätte allerdings im Traum nicht daran gedacht, zu welchen Interpretationen sich die CDU versteigt. Das war doch wohl ganz heftiges Wahlkampfgetöse.

Unsere Zusammenfassung: Wir befinden uns in einer Phase der Transformation. Gewohnte Muster funktionieren nicht mehr, der Druck zu Veränderungen ist nicht mehr übersehbar, auch, weil man Warnungen über Jahre und inzwischen schon Jahrzehnte verdrängt hat.

Bezogen auf die Klima- und Umweltkrise bedeutet das: Schon in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wussten wir oder konnten wir wissen, dass wir anders mit Energiegewinnung und -verbrauch sowie mit Natur und Biodiversität umgehen müssen. Wir haben es versäumt, frühzeitig die Konsequenzen zu ziehen. Und mit jedem Tag, den wir weiter zögern und an dem wir andere, durchaus nachvollziehbare Interessen vor durchgreifende klimapolitische Maßnahmen stellen, werden die notwendigen Einschnitte für uns und unsere Kinder härter. Das gilt auch für die Wirtschaft.

Bezogen auf den Status von Deutschland als Einwanderungsland und die damit verbundene Integrationskrise können wir ähnliche Versäumnisse feststellen. Schon um die Jahrtausendwende wussten wir, dass die westliche Exportpolitik mit der Zerstörung heimischer Märkte auf dem afrikanischen Kontinent und in Schwellenländern zu einem erheblichen Migrationsdruck auf Europa führen muss. Wir wussten auch, dass uns im Zuge des demografischen Wandels eine immer größere Zahl an Arbeitskräften fehlen würde. Auch diese Erkenntnisse haben wir nicht zusammengezogen, sondern sie im Wesentlichen ignoriert.

Ich weiß, es ist nicht üblich, in einer Haushaltsrede hier den großen Rahmen aufzuziehen. Ich bin aber davon überzeugt, dass es derzeit notwendig ist, um zu verstehen, was auch bei uns im Kreis passiert. Denn die Schlussfolgerungen, die verschiedene Kräfte aus der Verunsicherung im Rahmen der Transformation ziehen, sind sehr unterschiedlich und erzeugen die Konflikte, die wir hier austragen.

Da sind zum einen diejenigen, die zurück wollen in ihre vermeintlich heile Welt – die egozentrische Welt des „Wir zuerst“, die alles für ideologisch erklären, was nicht ihrem eingeschränkten Weltbild entspricht und mit einem Fingerzeig Sündenböcke ausmachen, die für alle Schwierigkeiten verantwortlich seien. Leider ist es in Zeiten der Verunsicherung leicht, Menschen damit zu fangen.

Bei den demokratischen Parteien gibt es in unterschiedlich starker Ausprägung Bekenntnisse zum Klimaschutz und zur notwendigen Transformation. Der Knackpunkt ist die Frage des Geldes. Sind wir bereit, in notwendige Veränderungen zu investieren – oder konkret: Nehmen wir höhere Baukosten in Kauf für ein klimaneutrales Gebäude in dem Wissen, dass dies uns nicht nur auf unserem Weg zur Klimaneutralität unterstützt, sondern auch, dass sich die erhöhten Investitionen langfristig über niedrigere Betriebskosten rentieren? Bauen wir den Nahverkehr aus, damit die Menschen bei uns im Kreis die notwendige Mobilität auch ohne PKW bewältigen können?

Oder bleibt Klimaschutz ein Mäntelchen, das wir uns gerne umhängen, das  in der Praxis aber nur ein nice-to-have ist? Und weitergedacht auf andere Herausforderungen: Investieren wir in Integration und gute Bildung oder beklagen wir kopfschüttelnd unangepasstes Verhalten und Straftaten von perspektivlosen Migranten bei gleichzeitigem Fehlen von Arbeitskräften?

Ich sehe über Ihren Köpfen eine große Denkblase, in der geschrieben steht:

Ja, aber das können wir uns gerade nicht leisten. Und ich frage zurück: Können wir es uns denn leisten, es nicht zu tun? Die Antwort gibt die Wissenschaft sehr eindeutig. Viel teurer und gefährlicher, als in Klimaschutz und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu investieren, ist, es nicht zu tun.

Ich gebe allerdings zu:  auch wir sind gefangen in dieser Frage und nicht frei, immer das zu tun, was wir für notwendig halten.

Spätestens hier kommen die Städte ins Spiel und das große finanzielle Dilemma der kommunalen Familie. Ich verstehe die Notsituation der Städte sehr gut. Meine Heimatstadt Wetter kämpft gerade darum, den Haushaltsausgleich  in 2034 darzustellen und der Überschuldung zu entgehen.

Ich halte aber den Druck, den die Städte auf den Kreis ausüben, für den falschen Weg. Es mag Fehler gegeben haben. Offenbar war auch die Kommunikation nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Und natürlich muss der Kreis Rücksicht auf seine Städte nehmen. Das ändert aber nichts an der Grundproblematik.

Wir werden die Unterfinanzierung der kommunalen Familie nicht auflösen, wenn wir uns gegenseitig die letzten Gestaltungsmöglichkeiten nehmen. Die Leistungen des Kreises sind Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger der Städte. Wenn wir daran kürzen, verlieren Ihre Bürger*innen, liebe Bürgermeister und Bürgermeisterinnen.

Und wir sprechen nicht einmal ansatzweise über die oben skizzierten Aufgaben der Transformation.

Ich betone noch einmal: wir wollen, dass dieser Kreis ein sozialer, bürgerfreundlicher Kreis bleibt. Und wir wollen, ja, wir müssen erreichen, dass der Kreis klimaneutral wird. Gerade in Zeiten wie diesen kann die Schlussfolgerung aus Verunsicherung und Krise nicht ein Rückzug kommunaler Institutionen sein. Die Menschen brauchen unsere Unterstützung.

Und Sie sollten bedenken: Mit diesem offen und zum Teil auch aggressiv ausgetragenen Streit zwischen den Städten und dem Kreis tragen Sie zur Delegitimierung öffentlicher Aufgabenträger bei. Dabei sollten wir uns gemeinsam bemühen, Vertrauen zurückzugewinnen – Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen.

Zum Haushalt selbst haben wir beim Austausch mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern das Wesentliche gesagt. Ich zitiere aus meiner Rede vom 28.10.:

„Wir haben eine Haushaltskommission eingerichtet, die alle möglichen Kürzungen durchdiskutiert hat. Mein großer Dank geht hierzu noch einmal an die Mitarbeiter*innen der Kämmerei, die uns mit großem Engagement zu jeder einzelnen Maßnahme Auswirkungen und Risiken schriftlich dargestellt haben.

Und wir haben als Politik die weitreichenden Maßnahmen des Personalwirtschaftskonzeptes hinterfragt. Ist die Kreisverwaltung unter diesen Bedingungen überhaupt noch arbeitsfähig? Auch dieser Frage haben sich die Mitarbeiter*innen der Kreisverwaltung mit viel Engagement und Ideenreichtum gewidmet. Jede und jeder hier hat verstanden, wie ernst die Lage ist und sich auf die Herausforderung der Einsparungen eingelassen.“

Die Kämmerin hat fußend auf diesen Diskussionen und dem erzielten Einvernehmen den Haushaltsplanentwurf erstellt. Dass in den Änderungslisten jetzt große Teile des geplanten Einsparvolumens durch zusätzliche Aufwendungen wieder aufgefressen werden, ist nicht verwunderlich. Je knapper ein Haushalt kalkuliert ist, desto stärker machen sich nicht beeinflussbare Schwankungen bemerkbar. Wir danken übrigens der Verwaltung und vor allem Frau Stöhr, dass sie mit der 3. Änderungsliste die Verbesserungen durch eine weitere Senkung der Kreisumlage an die Kommunen weitergibt.

Herr Schwunk hat im Kreisausschuss von einer Vergeblichkeitsfalle gesprochen. Ja, das ist die bereits angesprochene strukturelle und dauerhafte Unterfinanzierung der kommunalen Familie. Solange wir daran nichts ändern, bleiben tatsächlich alle Bemühungen vergeblich. Übrigens: Wer den Kreis dafür kritisiert, dass die Kosten für die Hilfen zur Pflege deutlich angestiegen sind, bezeugt damit nur seine eigene Unkenntnis.

Es gibt nun, da wir die Ergebnisse der Haushaltskommission noch nicht einmal konkret umgesetzt haben, Gedanken über weitere Kürzungen. Die CDU hat einen Antrag eingebracht, der noch weitaus massivere Kürzungen und potentiell Entlassungen von Personal nach sich zöge. Konkret: der im System hinterlegte Vorschlag würde aktuell Personalkürzungen von 11% bewirken. Wir möchten nicht – platt gesagt – 11% des Personals rauswerfen. Der veränderte Antrag würde immerhin noch 80 Stellen kosten. Er würde weiterhin verhindern, dass wir voll geförderte Stellen einrichten oder für neue, uns aufgegebene Aufgaben Personal vorhalten. Wir können auch nicht zusichern, dass die Zahllast über Jahre konstant bleibt. Das ist Augenwischerei. Dazu haben wir viel zu viele externe Faktoren, die die Höhe der Zahllast beeinflussen.

In den Gesprächen vor diesem Kreistag ist allerdings deutlich geworden, dass in der Kreispolitik und wohl vor allem bei den Städten das Wissen um die Auswirkungen globaler Kürzungsvorschläge nicht ausreichend ist. Wir haben offenbar ein Transparenzproblem, an dem wir arbeiten müssen.

Deshalb wollen wir nun das Anliegen vom Kopf auf die Füße zu stellen.  Gemeinsam schlagen wir einen Prozess der Aufgabenkritik und eine Weiterentwicklung des Personalwirtschaftskonzeptes mit intensiver Information und Beteiligung der Politik vor, um wo möglich zu weiteren Einsparungen zu kommen.  Welche Aufgaben soll der Kreis auch in Zukunft erledigen, wie effizient tut er das bisher, was passiert, wenn er sich zurückzieht? Wir müssen zuerst alle wissen, welche Kürzungen welche Konsequenzen nach sich ziehen, um dann entscheiden zu können, ob wir das tragen können.  So sieht verantwortungsvolle Politik aus.

Trotzdem: Dieser Beschluss fällt uns nicht leicht und wir hatten dazu intensive Diskussionen in unserer Fraktion. Ich verweise dazu auf die obigen Ausführungen zu den dringend notwendigen Aufgaben, vor allem im Bereich Klimaschutz und Mobilität, die vor uns liegen.

Gleichzeitig muss uns allen klar sein, dass wir externe Kostensteigerungen so nicht abfedern können. Weder Tarifsteigerungen und Pensionsrückstellungen, noch Auswirkungen der Inflation oder neue Aufgaben wie vielleicht den Bau neuer Bunker.

Dazu gehören auch en passant von den Städten gewünschte zusätzliche Aufwendungen, etwa für die Notfallseelsorge. Sie können das Huhn nicht schlachten und hinterher noch erwarten das es Eier legt, liebe Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Aber vielleicht können wir uns ja an einen Tisch setzen, zusammen die Suppe auslöffeln und dabei gemeinsam darüber entscheiden, wie viele Eier wir in Zukunft brauchen.

Der Punkt fünf unseres Haushaltsbegleitbeschlusses zum Haushalt 2024 hieß denn auch interkommunale Zusammenarbeit:

„Es wird angeregt, die interkommunale Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Städten zu intensivieren. Hierzu wird die Verwaltung beauftragt, die von den Städten gemachten sowie in 2024 noch zu entwickelnden Vorschläge aufzugreifen sowie diese im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit zu überprüfen und aufzubereiten.“

Wir sehen diesen Auftrag als noch nicht erledigt an. Wir als Politik haben keine Vorschläge der Städte gehört. Wenn es uns allen Ernst ist mit dem gemeinsamen Sparen, dann müssen wir auch über Synergieeffekte in gemeinsamer Aufgabenerledigung reden. An der einen oder anderen Stelle können wir sicher dadurch auch die Qualität steigern. Was sollen eigentlich unsere acht zum Teil sehr kleinen Jugendämter machen, wenn durch Gesetzesreformen – Stichwort Große Lösung – zusätzliche Aufgaben auf sie zu kommen? Wäre da nicht ein Kreisjugendamt besser aufgestellt? Auch dazu brauchen wir Transparenz und Ehrlichkeit.

Sehr geehrte Damen und Herren,

natürlich werden wir diesem Haushalt zustimmen. Alles Andere wäre eine grobe Missachtung der vielen Arbeit, die sich Frau Stöhr und ihr Team damit gemacht haben. Aber mit dem Beschluss des Haushaltes sind die Probleme nicht gelöst. Die Arbeit fängt erst richtig an. Ich bin zuversichtlich, dass wir in einen guten Prozess einsteigen, um gemeinsam verantwortet die Interessen der Städte, des Kreises, aber auch der Mitarbeiter*innen und der Bürger*innen in Einklang zu bringen. Ich wünsche uns allen dazu eine glückliche Hand.

Podiumsgespräch mit Mona Neubaur am 8. März in Schwelm

Podiumsgespräch mit Mona Neubaur am 8. März in Schwelm

Einladung zum Podiumsgespräch

Seit gut einem Jahr übernehmen die GRÜNEN Regierungsverantwortung in NRW. Es gilt dabei NRW gut durch die multiplen Krisen zu führen und stark für die Zukunft aufzustellen. Wir haben uns auf den Weg gemacht, NRW zur ersten klimaneutralen Industrieregion zu machen. Dieses Ziel ist erreichbar, aber nur zusammen mit den Menschen in NRW.

Tourreihe: GRÜN IN VERANTWORTUNG

Im Rahmen der Tourreihe GRÜN IN VERANTWORTUNG werden die GRÜNEN in NRW mit ihren Ministerinnen und Ministern durch das Land reisen, um aktiv den Dialog vor Ort zu suchen. In dieser Legislaturperiode werden Mona Neubaur, Josefine Paul, Oliver Krischer und Benjamin Limbach zahlreiche solche Gesprächsangebote machen und an mehr als 50 Terminen teilnehmen.

Podiumsgespräch zum Austausch mit Mona Neubaur und Yazgülü Zeybeck

Wir freuen uns, dass Mona Neubaur und Yazgülü Zeybek in Schwelm über ihre Arbeit für NRW berichten und mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern zum Internationalen Frauentag ins Gespräch kommen. Verena Schäffer, Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Landtag, eröffnet das Podiumsgespräch. Abschließend laden wir alle herzlich zu einem Austausch bei Kaltgetränken ein.

Wo?
Parkhotel Fritz am Brunnen, 
Brunnenstraße 24, 
58332 Schwelm.
 
Wann?
08. März 2024 ab 19:00 Uhr, Einlass ab 18.45 Uhr.
 
Der Eintritt ist frei.

Wir freuen uns auf viele interessierte Gäste!