Grüne folgen Bradtke nicht

Die Wittener Grünen sehen keinen Sinn im Vorschlag des Stadtbaurats, eine Umwandlung der Flächen am Tiefendorf in Gewerbeflächen mit dem RVR zu diskutieren. Wie in der Vergangenheit bereits mehrfach festgestellt wurde, stehen dem verschiedene umweltrelevante Punkte entgegen: Die Funktion als Frischluftentstehungszone für Annen, geschützte Tierarten, der regionale Grünzug. Sollte der Regionalverband Ruhrgebiet nun weniger strenge Kriterien anlegen als die bisher zuständige Bezirksregierung Arnsberg, so wäre das ein echtes Armutszeugnis.

Ein konkreter Bedarf von Unternehmen wurde den Wittener Grünen bisher auf Anfrage nicht dargelegt.  Sollte dieser aber nachweislich und tatsächlich bestehen, muss aus Sicht der grünen Fraktion zunächst die Nutzung von Bestandsflächen intensiv geprüft werden. In einem zweiten Schritt wäre dann zu prüfen, ob Flächen in den Nachbargemeinden verfügbar sind. Es ist nämlich schon lange bekannt, dass Arbeitsplätze in und für Regionen entstehen, nicht in Städten. Bevor diese ersten Schritte nicht getan sind, erübrigen sich alle weiteren.

Zudem sind wir der Meinung, dass ein fast schon reflexartiges Zubetonieren von Freiflächen in einer modernen Stadtentwicklung nicht zu suchen hat. Dies führt zu einem weiteren, häufig vernachlässigten Aspekt: Der dörfliche Charakter Stockums würde unter einer Bebauung des Tiefendorfs erheblich leiden, eine der letzten großen agrarisch geprägten Flächen Wittens unter Fertigbauhallen begraben.

Außer Windkraftanlagen wird mit den Grünen gewerbliches Bauen im Tiefendorf daher nicht zu machen sein – gegen die Grünen übrigens auch kaum.

Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen
Jan Richter

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