Der grüne Zweig

An dieser Stelle soll die Tradition der von den Wittener Grünen bis 2003 herausgegebenen Zeitung, dem "Grünen Zweig", wieder aufgenommen werden.

Sie finden hier Artikel zu Alternativer Politik in Witten und Umgebung und einiges mehr...

Klimawandel - Globale Erwärmung

Klimawandel kontra globale Erwärmung – die Geschichte eines manipulierten Begriffs

In der Wissenschaft gibt es häufig Hinweise auf die Einflussnahme politischer Gruppen und Unternehmen, die versuchen, Begriffsänderungen in ihrem Sinne zu bewirken. Zu diesem Thema legte der PR-Berater Frank Luntz Dokumente vor, die republikanischen US-Politikern Empfehlungen für die von ihnen zu verwendende „persuasive“ Sprache gibt. Eines dieser Dokumente, das 2003 an die Öffentlichkeit gelangte, behandelt die Sprache der Umweltpolitik. In einem Abschnitt mit der Überschrift „Die Debatte um die globale Erwärmung gewinnen“ ist zu lesen:

„Die in der umweltpolitischen Debatte verwendete Terminologie muss verfeinert werden. Es ist für uns an der Zeit, von ‚Klimawandel’ anstatt von ‚globaler Erwärmung’ zu sprechen. ‚Klimawandel’ ist weniger furchterregend als ‚globale Erwärmung’: Während ‚globale Erwärmung’ einen Zusammenhang mit Naturkatastrophen herstellt, deutet der Begriff Klimawandel auf eine kontrollierbarere und weniger emotionale Herausforderung hin.“

Tatsächlich kann globale Erwärmung unheilvoll und bedrohlich klingen: Sie beschwört das Bild eines rot glühenden Planeten Erde herauf, umgeben von Höllenfeuer. Dagegen ist „Klimawandel“ fast etwas Alltägliches – man erfährt es im Urlaub oder wenn man die Klimaanlage zu Hause oder im Auto einschaltet. Zudem nimmt „Klimawandel“ keine Stellung zur künftigen Entwicklung oder Qualität von möglichen Veränderungen – es könnte wärmer werden, aber vielleicht wird es auch mal wieder kälter.

In den späten 1980er Jahren kreiste die wissenschaftliche Diskussion, aufgrund der erhöhten Konzentrationen von Treibhausgasen in der Atmosphäre, um die „globale Erwärmung“. Die UNO berief Arbeitsgruppen ein, um das Problem zu diskutieren, und für einige Zeit existierten die Begriffe „globale Erwärmung“ und „Klimawandel“ nebeneinander. Doch binnen weniger Jahre wurde „globale Erwärmung“ durch „Klimawandel“ als die offizielle Bezeichnung des Phänomens ersetzt.

Wir können genau bestimmen, wann dieser „Begriffswandel“ stattfand: Im Dezember 1988 verabschiedete die UN-Hauptversammlung einen Beschluss mit dem Titel „Schutz des Weltklimas für heutige und künftigen Generationen“, die sowohl „globale Erwärmung“ als auch „Klimawandel“ verwendete. Ein Jahr später verabschiedete die UNO eine weitere Resolution mit demselben Titel. Darin war zwar weiterhin die Rede vom „Klimawandel“, aber alle Erwähnungen von „globaler Erwärmung“ waren auf wundersame Weise verschwunden. Bis zur UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel im Jahre 1992 hatte sich dies etabliert: Selbst der Begriff „Erwärmung“ wird von der Konvention nur noch einmal erwähnt, „globale Erwärmung“ überhaupt nicht mehr.

Warum fand diese Begriffsverschiebung statt? Weil Staaten mit Ölinteressen, einschließlich Saudi-Arabien und der USA, sich besonders für die Streichung des Begriffs „globale Erwärmung“ eingesetzt haben. Die Erwähnung von „Erwärmung“ scheint die Theorie zu bestätigen, nach der das Verbrennen fossiler Brennstoffe größtenteils an der globalen Erhitzung Schuld ist.

 

Leicht geänderter, um Fußnoten gekürzter Auszug aus Kapitel 3 in Unspeak von Steven Poole (Little, Brown: 2006)

 

Siehe auch: unspeak.net

 

 

 

Hildegard Doebner Gedenk Festival - Witten Folk

Hildegard Doebner (08.04.1928 -24.01.2000), die weit über die Grenzen Wittens und des Ruhrgebietes bekannte Wittener Folk-Mutter, gründete 1974 den Wittener Folkclub.

Sie war Mit-Organisatorin und Kulturmotor der deutschen, aber auch der internationalen Folkclub-Szene.

Ihr Haus in der Steinstraße wurde zur Heimstatt vieler Musiker. Sie holte altbekannte Leute nach Witten, förderte aber auch junge Künstler. Unter anderem traten im Wittener Folkclub Stefan Stoppok, Lydie Auvray, Le Clou, Bernies Autobahnband, Lilienthal, Ray Austin, Liederjan, Wild Geese aus Irland, aber auch in seiner Anfangszeit, Ende der 70er Jahre, Herbert Grönemeyer, auf.

Mitte der 90er Jahre, als Hildegard krank wurde, versandeten die Aktivitäten des Folkclubs. Mit ihr als Motor fehlte dem Club der entscheidende Antrieb. Nach ihrem Tod gab es keine nennenswerte Folkszene mehr in Witten.

Sieben Wittener, die diese Szene vermissen, wollen die Folkmusik in Witten neu beleben.

Sie gründeten 2005 den Club „Witten Folk“.

Die Gründungsmitglieder Jörg und Simone Stoppel, Helmut und Lilo Dannert, Gisela Ocken, Sylvia Smart und Paul Wood veranstalten zum Auftakt ein 2-tägiges Open-Air-Festival im Gedenken an Hildegard Doebner mit Künstlern, die mit Hildegard freundschaftlich verbunden waren.

(Lilo Dannert)

Umwelt-Unterricht auf Englisch

Refuse, re-use, recycle

 

Früher mussten die britischen I-Dötzchen die drei Rs pauken: "Reading, wRiting and aRithmetic" (also: Lesen, Schreiben und Mathe). Heutzutage sind voll im Zeichen des Umweltschutzes drei neuen Rs auf dem Stundenplan — "refuse" (= überflüssige Umpackungen ablehnen), "re-use" (= mindestens zweimal nutzen) und "recycle" (= Wertstoffe wie Altpapier, Glas und Blech zu den vor Ort platzierten Containern bringen. Auch dieser Artikel ist aus dem ehemaligen Grünen Zweig recycled worden.

 

Noch in den 90er Jahren war das praktische Zweimal-Nutzen-Gebot auch in Deutschland sehr beliebt. Ganze Tonstudios sind mit Eierkartons isoliert worden. GundschullehrerInnen haben erstaunlich kreative Nutzungen für Joghurtbecher und Spüliflaschen gefunden. Backpapier für den Ofen wurde zweimal eingesetzt. Bei Tempo 100 Stundenkilometer sollte der Spritverbrauch ungefähr halbiert werden — streng logisch gesehen auch eine Art "zweimal verwerten". Richtig realisiert kann demzufolge auch "re-use" der Umwelt radikal helfen.

 

Allein die Wiederverwendung von Supermarkt-Plastiktüten wäre ein Anfang. In England werden immer noch von den nicht entsprechend geschulten Kunden jährlich 2 Milliarden mitgenommen. Mit andern Worten werden die Tüten nicht zweimal oder mehrmals benutzt. Wen überrascht es, dass die grüne Landschaft entsprechend zugemüllt ist?

 

Ein weiteres Problem, mit dem sich de NaturschützerInnen in Großbritannien beschäftigen, ist der Plastikragen, der mehrere Dosen für den Verkauf im Supermarkt zusammenhält. Kleintiere auf Land und unter Wasser verfangen sich in den kreisförmigen Löchern und sterben beim Großwachsen einen qualvollen Tod durch Ersticken.

 

(Paul Wood)

URL:http://gruene-en.de/ortsverbaende/ortsverband-witten/der-virtuelle-zweig/